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Das Warten ist vorbei. FTSE Russell hat offiziell
angekündigt, dass Vietnam ab September 2026 in den Status
eines Secondary Emerging Market (EM)" hochgestuft wird.
Für ausländische Investoren ist dies kein ob",
sondern ein wann". Das Zeitfenster, Kapital zu positionieren,
bevor die massive Liquiditätswelle einsetzt, schließt
sich schnell. Dieser Artikel skizziert die neuen Spielregeln, wo
sich das Smart Money" positioniert und welche strukturellen
Fallstricke die Unvorbereiteten erwarten.
1. Was die FTSE-Hochstufung wirklich verändert (und was
nicht)
Die Hochstufung ist eine strukturelle Transformation, nicht nur
eine Etikettenänderung. Sie verändert grundlegend die
Plumbing" des Kapitalzuflusses nach Vietnam durch
Gesetzesänderungen, die Vietnam den Status ermöglicht
haben.
1. Die Abschaffung der Pre-Funding"-Pflicht ist der Game
Changer: Historisch mussten ausländische Investoren 100 %
Bargeld vorhalten, bevor sie eine Order platzieren konnten. Dies
war ein Ausschlusskriterium für globale institutionelle
Investoren. Das neue Non-Prefunding-(NPF)-Modell erlaubt nun eine
Abwicklung wie in entwickelten Märkten (T+2) und beseitigt den
größten Reibungspunkt für
Kapitalzuflüsse.
2. Sichtbarkeit und Liquidität: Die Aufnahme in den FTSE
Emerging Index zwingt passive Fonds (ETFs), die diesen Index
abbilden, automatisch vietnamesische Aktien zu kaufen. Dies schafft
eine garantierte Nachfrageschwelle, die es zuvor nicht gab.
Was sich NICHT ändert: Die Hochstufung hebt nicht sofort alle
Foreign Ownership Limits (FOL) auf. Während die
Liquidität steigt, bleiben die gesetzlichen Obergrenzen
für Beteiligungen an Banken oder Telekommunikationsunternehmen
bestehen. Investoren müssen diese Rooms" weiterhin
beachten und ihre Investitionen entsprechend strukturieren.
2. Sektoren unter unmittelbarem regulatorischem Druck
Die Regierung arbeitet mit Hochdruck daran, die Regulierung an den
neuen Marktstatus anzupassen. Dies schafft spezifische
Stresspunkte", in denen Chancen verborgen sind.
1. Bankensektor: Der Sektor ist hungrig nach Kapital. Um
Basel-III-Standards zu erfüllen und das Kreditwachstum zu
sichern, benötigen Banken ausländisches Eigenkapital.
Besonders relevant sind Banken, die zu einer mandatory
transfer" verpflichtet sind (Übernahme schwacher Banken).
Neue Dekrete erlauben diesen Banken, die FOL von 30 % auf 49 %
anzuheben – ein seltenes Fenster für ausländische
strategische Investoren.
2. Energiesektor: Die Umsetzung des Power Development Plan VIII
(PDP8) befindet sich in der harten" Phase –
Preisverhandlungen. Investoren im Bereich erneuerbare Energien
sehen sich strikten Preisobergrenzen gegenüber. Gleichzeitig
signalisiert die Inbetriebnahme der ersten LNG-Kraftwerke einen
Wandel. Die Regierung beschleunigt die rechtlichen
Rahmenbedingungen für LNG, um Stromausfälle zu verhindern
– ein attraktiver Bereich für Infrastrukturinvestoren,
die PPP-Gesetze (Public-Private Partnership) beherrschen.
3. Immobiliensektor: Das neue Gesetzestrio (Bodenrecht,
Wohnungsrecht, Immobilienwirtschaftsgesetz) hat die rechtlichen
Blockaden beseitigt, aber die Compliance-Anforderungen erhöht.
Der Zugang zu Land ist nun klarer, aber teurer – aufgrund
marktbasierten Bodenwerts.
3. Strukturelle Fallstricke, die wir bereits sehen
Mit steigendem Interesse strömen Investoren ins Land und
begehen vermeidbare Fehler.
1. Dünne Kapitalisierung: Um den Markteintritt zu
beschleunigen, gründen Investoren Firmen mit minimalem Kapital
(z. B. 10.000 USD). Banken blockieren zunehmend Zahlungen, wenn das
eingetragene Kapital zu niedrig ist, um das Transaktionsvolumen zu
stützen. Später wird eine Kapitalerhöhung nötig
– mit bürokratischer Genehmigungspflicht.
2. Nominee-Strukturen: Viele Firmen nutzen lokale Personen als
Anteilseigner, um die 49 %-Grenze zu umgehen. Vietnams neue
Vorschriften zur wirtschaftlichen Eigentümerschaft (aligned
with FATF) gehen dagegen vor. Gerichte erklären solche Side
Agreements" zunehmend für nichtig – Investoren
verlieren ohne Rechtsmittel ihre gesamten
Vermögenswerte.
4. Was Vietnam weiterhin nicht erlaubt
Emerging Market"-Status bedeutet nicht Open
Market".
1. Strikte Devisenkontrollen: VND kann nicht frei ins Ausland
überwiesen werden. Kapitalrückführung ist streng
reguliert. Vor der Gewinnüberweisung müssen alle Steuern
bezahlt und geprüfte Finanzberichte vorgelegt werden.
2. Die Conditional List": Sektoren wie Verteidigung, Medien
und bestimmte Telekommunikation bleiben streng verboten oder auf
0–49 % gedeckelt. Die Hochstufung hebt diese FOL nicht
automatisch auf.
5. Wie Investoren sich vorbereiten sollten
Um für das Liquiditätsereignis 2026 bereit zu sein, ist
jetzt Handeln gefragt.
1. Audit Ihres Unternehmens: Bestehende Investoren sollten einen
Health Check" durchführen und ihre Struktur an die neuen
Vorschriften anpassen, um für den Kapitalzufluss im September
2026 gewappnet zu sein.
2. Vermeidung von Strukturfehlern: Investoren müssen die
bekannten Fallstricke vermeiden und von Anfang an die richtige
Struktur wählen.
3. Eröffnung von Wertpapierkonten: Das neue NPF-Modell
erfordert spezielle Setups mit Verwahrstellen und Brokern. Warten
Sie nicht bis September 2026 – die KYC-Warteschlangen werden
lang.
4. M&A-Bereitschaft: Wer lokale Unternehmen übernehmen
will, sollte sein Due-Diligence-Team bis Q1 2026 bereitstellen.
Verkäufer werden höhere Prämien verlangen, je
näher der Upgrade-Termin rückt.
5. Währungsabsicherung: Mit starken Zuflüssen könnte
der Vietnamesische Dong (VND) schwanken. Flexible
Hedging-Strategien sind nötig, um Kapital gegen kurzfristige
Volatilität zu schützen.
Fazit: Vietnams Aufstieg zum Emerging-Market-Status bestätigt
seine wirtschaftliche Resilienz. Das Kapital kommt. Die Frage ist
nicht, ob man investiert, sondern ob die rechtlichen und operativen
Strukturen robust genug sind, um das Wachstum zu bewältigen,
wenn im September 2026 die Schleusen geöffnet werden.
Bitte zögern Sie nicht, Dr. Oliver Massmann unter
omassmann@duanemorris.com zu kontaktieren, wenn Sie Fragen haben
oder weitere Details wünschen. Dr. Oliver Massmann ist
Generaldirektor von Duane Morris Vietnam LLC.
Disclaimer: This Alert has been prepared and published for informational purposes only and is not offered, nor should be construed, as legal advice. For more information, please see the firm's full disclaimer.
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